{"id":1508,"date":"2014-04-11T12:34:46","date_gmt":"2014-04-11T10:34:46","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=1508"},"modified":"2014-04-11T12:34:46","modified_gmt":"2014-04-11T10:34:46","slug":"1508","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2014\/04\/11\/1508\/","title":{"rendered":"Hier k\u00f6nnte ein Titel stehen"},"content":{"rendered":"<p>Da der folgende Beitrag wieder etwas l\u00e4nglicher wird, hier die Kurzfassung vorab, damit der geneigte Leser entscheiden kann, ob er das restliche Geschwafel auch noch lesen mag: Ich bin gestern fr\u00fch nach Berlin gefahren, habe mir dort zwei Museen von innen angeschaut, bin zwischendrin mehrfach U-Bahn gefahren und abends wieder in den Zug nach Hause eingestiegen.<!--more--><\/p>\n<p>Geplant war ein Besuch im Deutschen Technikmuseum (wo ich 2003 schon mal war) und im Computerspielemuseum. Dazu setzte mich mein Vater mitten in der Nacht (so kurz nach sechs) am Magdeburger Hauptbahnhof ab. Dort trat ich dann eine knappe Stunde in der Gegend herum, bis sich der Regionalbummelzug Richtung Frankfurt\/Oder in Bewegung setzte. In der ersten Klasse hatte ich da noch den ganzen Waggon f\u00fcr mich und konnte sch\u00f6n weiterpennen. Das \u00e4nderte sich in Brandenburg schlagartig, da wurde der Zug von Berufspendlern gest\u00fcrmt, die auch vor der ersten Klasse nicht Halt machten. Scheinbar haben die im dortigen Verkehrsverbund ein gutes Angebot f\u00fcr die erste Klasse, anders als die DB, bei der man immer erst Haus und Hof verpf\u00e4nden muss, nur um dann in unbequemen Ledersesseln mit der gleichen Versp\u00e4tung herumkutschiert zu werden wie der P\u00f6bel in der \u00fcberf\u00fcllten stoffsitzbestuhlten zweiten Klasse.<\/p>\n<p>Anyway, der Zug kam p\u00fcnktlich am Bahnhof Zoo an und ich folgte dem allgemeinen Pendlerstrom zur U-Bahn. Dort wurde ich gleich mit einer Berliner Besonderheit konfrontiert, n\u00e4mlich einem Typen, der in der U-Bahn erstmal die Gitarre auspackte und sich so erhoffte ein paar Euronen zu erschnorren (ich h\u00e4tte ihm was gegeben, wenn er dann aufgeh\u00f6rt h\u00e4tte in die Saiten zu greifen&#8230;) Da war die Fahrt mit der U-Bahn aber auch schon vorbei und ich lief die letzten paar Meter bis zum Deutschen Technikmuseum &#8211; wo bereits das Grauen in Form mehrerer Schulklassen auf mich wartete&#8230;<\/p>\n<p>Durch die Abteilungen f\u00fcr Schiffahrt und Luftfahrt konnte ich mich dann noch vor den Schulklassen durchmogeln, in der Eisenbahnabteilung war der Spa\u00df dann aber vorbei &#8211; eine Horde Grundsch\u00fcler, deren Grammatikkenntnisse sich auf &#8222;Boah, ist das $Ausstellungsstueck geil, alder!&#8220; beschr\u00e4nkt und die wild schreiend durch die R\u00e4ume flitzen, sind einfach mal &#8217;n bissl fehl am Platze.<\/p>\n<p>Im Extrabereich der Autoabteilung (sehr \u00fcbersichtlich als solcher) tummelten sich eine Horde holl\u00e4ndischer Sch\u00fcler(innen) bei dem Versuch festzustellen, wie viele Leute in einen Trabbi reinpassen, und im Spectrum (mit vielen Experimenten zum Anfassen, also wirklich auch was f\u00fcr Kinder) war eh alles zu sp\u00e4t. Allerdings hilft es auch nicht wirklich, wenn man an den Experimenten zwar rumspielen kann, aber keine Erkl\u00e4rung dabei ist, was man eigentlich da experimentell feststellen kann. Und grunds\u00e4tzlich ist das Problem des Museums ja, dass man von allem ein bissl was hat, aber nix wirklich koh\u00e4rentes. Mir ist zum Beispiel nicht klar, warum es eine riesige Abteilung f\u00fcr Hochseeschiffahrt gibt, wo Berlin ja so einen weltbekannten Hochseehafen hat&#8230;<\/p>\n<p>Egal, weiter gings mit der U-Bahn in Richtung Alex und von dort noch ein St\u00fcck weiter. Dabei sa\u00df ich neben einer Mitarbeiterin der Uni Berlin (welcher auch immer), konkret der philosophischen Fakult\u00e4t. Und diese (also die Mitarbeiterin, nicht die Fakult\u00e4t) war dabei, Hausarbeiten aus dem Proseminar &#8222;Kochen&#8220; zu bewerten. Da kommen dann so Themen bei raus wie &#8222;Spezialit\u00e4ten der ghanaischen K\u00fcche als Bereicherung des veganen Speiseplans&#8220; oder so. Ich halte von Philosoffen nicht allzuviel, aber \u00fcbers Essen kann man immerhin ganz gut philosophieren, und man kann aus dem Kochen nat\u00fcrlich und selbstverst\u00e4ndlich v\u00f6llig problemlos eine Wissenschaft machen. Ich bleib dann aber doch lieber bei konkreten schwarzwei\u00dfen Wissenschaften, wo eine gro\u00dfe Null immer noch keine kleine Eins ist.<\/p>\n<p>An der Karl-Marx-Allee angekommen schaute ich mir nun das Computerspielemuseum von innen an. F\u00fcr den deftigen Eintritt war das Gebotene zwar nett, aber nicht \u00fcberragend. Da wurde zwar sch\u00f6n \u00fcber die pr\u00e4historische Entwicklung von Computerspielen informiert (Pong und Co), Zork konnte man auch spielen, jede Menge Videos und Klangbeispiele waren auch da, aber das meiner Meinung nach wichtigste kam zu kurz: Das Spielen. Da gab es nur eine Handvoll Arcade-Automaten und ein paar Beispiele f\u00fcr alternative Eingabeger\u00e4te (Tanzmatten und Bewegungssteuerung), aber ein einfaches Tetris fehlte mir ziemlich konkret. Das ganze Thema Computerspiele und seine Bedeutung in der heutigen kulturellen Landschaft (inkl. aller Diskussionen um Jugendschutz und blabla) k\u00f6nnte man noch wesentlich umfangreicher aufziehen. Immerhin ist mir jetzt aber klar, dass sich der gemeine Pirat aus Monkey Island und der der gemeine Berliner sehr \u00e4hnlich sind &#8211; man wird mit einem freundlichen &#8222;Ey, wat willste?&#8220; begr\u00fc\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>Und damit ging es zur\u00fcck zum Alex, wo ich die Wartezeit bis zur R\u00fcckfahrt mit einem Besuch im lokalen Elektronikgro\u00dfmarkt \u00fcberbr\u00fcckte und mir noch eine Rostbratwurst reinschob. Anschlie\u00dfend folgte die R\u00fcckfahrt im erst sehr vollen (siehe oben) Abteil, welches ab Brandenburg ziemlich leer wurde. Den Rest der Fahrt verpennte ich dann ohnehin gr\u00f6\u00dftenteils.<\/p>\n<p>Fazit: Berlin ist immer eine Reise wert, Kinder geh\u00f6ren auf den Abenteuerspielplatz und nicht ins Museum, und Museen ansich sollten sich auf Kernkompetenzen konzentrieren &#8211; und irgendwann muss ich mal noch ins Naturkundemuseum und ins Deutsche Historische Museum, mal abgesehen von den zig sonstigen Sehensw\u00fcrdigkeiten, die es da so gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da der folgende Beitrag wieder etwas l\u00e4nglicher wird, hier die Kurzfassung vorab, damit der geneigte Leser entscheiden kann, ob er das restliche Geschwafel auch noch lesen mag: Ich bin gestern fr\u00fch nach Berlin gefahren, habe mir dort zwei Museen von innen angeschaut, bin zwischendrin mehrfach U-Bahn gefahren und abends wieder in den Zug nach Hause [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1508"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1508"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1508\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}