{"id":1496,"date":"2014-04-04T13:39:11","date_gmt":"2014-04-04T11:39:11","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=1496"},"modified":"2014-04-04T13:39:11","modified_gmt":"2014-04-04T11:39:11","slug":"konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2014\/04\/04\/konzertbericht\/","title":{"rendered":"Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p>Ich besuchte gestern erstmals seit l\u00e4ngerer Zeit wieder ein Konzert, und eben deswegen gibts es nun einen mehr oder minder ausf\u00fchrlichen Bericht dazu. Das Konzert fand in Chemnitz statt, aufgetreten ist &#8222;<a href=\"http:\/\/www.aussiefloyd.com\/\" title=\"The Australian Pink Floyd Show\">The Australian Pink Floyd Show<\/a>&#8222;. <!--more--><\/p>\n<p>Die Band besteht, wie der Name zutreffend beschreibt, aus Musikern aus diesem komischen Kontinent rechts unten auf der Weltkarte, bei dem man in erster Linie an \u00fcbergro\u00dfe Hoppelhasenderivate und alle m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Arten giftigen Getiers denkt. Der zweite Namensteil, Pink Floyd, beschreibt die Musik, denn gespielt wird ausschlie\u00dflich Musik von Pink Floyd &#8211; und da die nicht mehr auftreten (k\u00f6nnen) hat man als zu sp\u00e4t geborener nur diese M\u00f6glichkeit, um eine Show in der Art zu sehen, wie sie Pink Floyd zuletzt vor 20 Jahren aufgef\u00fchrt haben, komplett mit zahllosen Licht- und Lasereffekten.<\/p>\n<p>Entsprechend mittelalterlich war dann auch der Zuschauerschnitt, alles so im Bereich Mitte 50, mein Bruder (der die Karte als Geburtstagsgeschenk von mir bekam) und ich waren wohl so ziemlich die j\u00fcngsten da. Aber in der Stadthalle zu Chemnitz wird auch sonst quasi nur Rentnerprogramm geboten, mit Volksmusik und so. So viel also zur Vorrede, nun zum eigentlichen Bericht.<\/p>\n<p>Dieser beginnt entgegen aller Gepflogenheiten mit dem negativen Teil, weil ich n\u00e4mlich eigentlich nur einen klitzekleinen Kritikpunkt habe und der Rest dann ziemlich lobhudelig wird&#8230; Was also negativ auffiel war das Fehlen der wichtigsten 7\/8 des Floyd&#8217;schen &OElig;uvre. Das ist bekannterma\u00dfen die Taktart von &#8222;Money&#8220;, was ebensowenig gespielt wurde wie &#8222;Brain Damage\/Eclipse&#8220;. Damit hat es sich dann aber auch schon mit den negativen Punkten.<\/p>\n<p>Kommen wir also zum \u00fcberaus positiven Rest des Berichtes: Das Konzert begann p\u00fcnktlich um 20 Uhr mit &#8222;Shine On You Crazy Diamond&#8220; (gewidmet dem schon vor l\u00e4ngerer Zeit verstorbenen Floyd-Keyboarder Rick Wright) und einem ziemlich trippigen &#8222;Welcome To The Machine&#8220;. Hier waren die Licht- und Showeffekte noch etwas zur\u00fcckhaltend, es gab Videoeinspielungen auf eine kreisrunde Leinwand \u00e4hnlich zur PULSE-Tour der originalen Pink Floyd. Bei den folgenden neueren St\u00fccken aus der Division Bell-Phase (&#8222;What Do You Want From Me&#8220; und &#8222;Take It Back&#8220;) wurden dann erstmals Lasereffekte in den Saal gefeuert, was gleich zu gr\u00f6\u00dferem Applaus f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das erste echte Highlight des Konzertabends war das Intro zu &#8222;Time&#8220; mit Lasereffekten synchron zu den Toms und einem enorm druckvollen Bass, der die Magengegend vibrieren lie\u00df. Beim folgenden &#8222;The Great Gig In The Sky&#8220; r\u00fcckten die Background-S\u00e4ngerinnen in den Vordergrund und bekamen extra Applaus, was nicht nur dem schnieken Aussehen (dunkelblaues Minikleid und High Heels) geschuldet war. Die restliche Band rannte eher rum, wie man sich als Laie den typischen Australier vorstellt: kurze khakifarbige Hose und Schlapphut. Den Abschluss des Dark Side Of The Moon-Parts bildete schlie\u00dflich &#8222;Us And Them&#8220;. Es folgten Hubschrauberger\u00e4usche, am B\u00fchnenrand wurde ein aufgeblasener Leerk\u00f6rper sichtbar, dann gabs Lichtblitze und ein drohendes &#8222;stand still laddy!&#8220; &#8211; logisch, &#8222;The Happiest Days Of Our Lives&#8220; als Intro zu &#8222;Another Brick In The Wall&#8220;, letzteres garniert mit einem extralangen Gitarrensolo.<\/p>\n<p>Damit war der erste Konzertteil beendet, es folgte eine zwanzigmin\u00fctige Pause, die zahlreiche Besucher nutzten, um sich vor der aufgeblasenen Lehrerfigur (gesch\u00e4tzte 8m hoch) fotografieren zu lassen. Der zweite Konzertteil begann mit &#8222;Pigs&#8220;, passend dazu gabs Videoeinspieler diverser Schweine von Nixon \u00fcber Thatcher bis Bush. Als Kontrastprogramm wurde danach der psychedelische Trip &#8222;Set The Controls For The Heart Of The Sun&#8220; zelebriert. Als n\u00e4chster Hakenschlag durch die Geschichte Pink Floyds folgten &#8222;Young Lust&#8220; und &#8222;Hey You&#8220;, mit denen ich nun eher nicht gerechnet h\u00e4tte, bevor es nach dem folgenden &#8222;High Hopes&#8220; auch schon ans gro\u00dfe Finale ging.<\/p>\n<p>Dieses begann mit einem Bass und viel Echo, bevor ein \u00fcberdimensionales K\u00e4nguruh in der B\u00fchnenmitte aufgeblasen wurde, welches dann zu &#8222;One Of These Days&#8220; \u00fcber die B\u00fchne h\u00fcpfte, flankiert von grellen Lichteffekten und zuckenden Lasern. Anschlie\u00dfend begann auf der Videoleinwand das Zappen durchs australische Fernsehprogramm: Crocodile Dundee *zapp* Skippy das K\u00e4nguruh *zapp* der sexy Knackarsch von Kylie Minogue *zapp* Men At Work-Down Under *zapp* AC\/DC *zapp* akustisches Gitarrenintro zu &#8222;Wish You Were Here&#8220; und spontane Jubelausbr\u00fcche im Publikum.<\/p>\n<p>Den Abschlu\u00df des Konzerts bildete eine rundum abgefeierte Version von &#8222;Comfortably Numb&#8220; mit einer packenden Version eines der besten Gitarrensoli der Musikgeschichte (nicht meine Einsch\u00e4tzung, sondern die der Musikpresse, mit der ich da aber ausnahmsweise \u00fcbereinstimme), die das Publikum von den St\u00fchlen ri\u00df, bevor das allgemein abgefeierte &#8222;Run Like Hell&#8220; den Schlu\u00dfpunkt des Abends markierte.<\/p>\n<p>Man kann also sagen, dass sich der Besuch absolut gelohnt hat, es gab weit \u00fcber zwei Stunden Spielzeit, eine enorme Lightshow und eine gro\u00dfe B\u00fchne voller Musiker (S\u00e4nger, zwei Gitarristen, Bassist, Saxofonfritze, Keyboarder, Schlagzeuger und drei Backgrounds\u00e4ngerinnen) und viele nette Kleinigkeiten, die deutlich machten, dass echte Fans am Werk sind und die St\u00fccke nicht einfach nur nachgespielt werden: Statt dem Prisma von Dark Side Of The Moon kam eine stark vereinfachte Silhouette des australischen Kontinents zum Einsatz, aus den Roboterh\u00e4nden aus dem Artwork zu Wish You Were Here wurde ein Roboterk\u00e4nguruh, im Intro von High Hopes machte sich die Fliege breit, die urspr\u00fcnglich irgendwo auf Ummagumma oder Atom Heart Mother ihr Unwiesen trieb, und im Mittelteil von Hey You kam der Ping aus Echoes zum Einsatz. Mein Bruder und ich kamen jedenfalls aus dem 360-Grad-Grinsen nicht mehr raus und meinem Vater (der keinen Bock hatte) kann ich nur sagen &#8222;\u00c4tsch, du hast echt was verpa\u00dft&#8220;.<\/p>\n<p>Wer sich selbst ein bewegtes Bild von der Show machen m\u00f6chte, wird \u00fcbrigens bei den einschl\u00e4gigen Videoportalen f\u00fcndig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich besuchte gestern erstmals seit l\u00e4ngerer Zeit wieder ein Konzert, und eben deswegen gibts es nun einen mehr oder minder ausf\u00fchrlichen Bericht dazu. 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